Theater Rayo – erster Ausblick auf unsere Projekte in 2018

„FÜRCHTET EUCH NICHT!”

Ein Projekt zur Identität einer Region und der Menschen, die in ihr leben.

Gefördert von – KULTURKOFFER des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst

Über das ganze Jahr 2018 hinweg werden auf unterschiedlichste Weise die Märchen und Legenden aus Westerwald und Taunus in einem spielerischen, kreativen Archiv gesammelt und neu erfahrbar für unsere Gegenwart. Drei unterschiedliche Projekte entwickeln sich von Frühling bis Winter und kommen zum Ende des Jahres zusammen in einem großen, theatralen Fest. Der “Markt der Märchen und Geschichten” möchte für einen Moment die lebendige kulturelle Identität einer ganzen Region wie einen Puls spürbar machen.

Uraufführungen in Koproduktion mit dem Hessischen Staatstheater Wiesbaden

REINEKE FUCHS oder Wie die Politik in die Welt kam

Bevor der Fuchs auf die Bühne trat, funktionierte die Welt nach klaren Regeln: der Starke herrscht, der Schwache dient oder wird gefressen. Der Fuchs bringt Bewegung in die fest gefügte Ordnung der Dinge, weil er Spieler und genauer Beobachter ist. Sein Material – die Eitelkeit, der Neid, die Gier, der glühende Wunsch nach Anerkennung. Die Angst des Mächtigen, der nie weiß, ob das Gesicht des Freundes eine Maske ist, hinter der sich ein Feind verbirgt. Aus seinen Beobachtungen entwickelt der Fuchs eine Strategie – Politik als Spiel der Täuschung und Manipulation, als Instrument der Macht. Ein Theater der falschen Emotionen und Bedeutungen, das dazu dient, eine Fassade von Realität aufzubauen, hinter der man ungestört die eigenen Interessen verfolgen kann. Die Mittel, welche Reineke Fuchs zu diesem Zweck erfindet und ins Spiel bringt, sind von Machiavelli bis Berlusconi, von Putin bis Trump in etwa die gleichen geblieben.

Regie: Ulrich Zaum
Ausstattung: Jaime Olivares
Mit Silvia Munzón López und Jan Mixsa

Termine
Do 10. Mai 19.30 Uhr
Fr 11. Mai 19.30 Uhr
Di 15. Mai 19.30 Uhr
Wartburg Wiesbaden

 

Preise
12,50 € / erm. 6,50 €

Tickets
Auf der Website des Staatstheater Wiesabden

Eingeladen zu den Maifestspielen Wiesbaden

Der Drache, die Riesin & der dicke Ritter

Auf der kleinen Theaterklitsche, die irgendwann einmal bessere Tage gekannt hat, wird unverdrossen mit den ganz großen Mythen und Legenden der dramatischen Kunst gerungen – es kommen Drachen, Riesen, Ritter, Prinzessinnen und Unholde auf die Bühne. Aber eigentlich besteht die Truppe allein noch aus dem Theaterdirektor selbst und einer kleinen Clownin, die nur lästige Arbeit erledigen und ganz kleine Rollen spielen darf.
Tollpatschig und scheinbar alles verkehrt machend, treibt sie den Theaterdirektor an den Rand des Wahnsinns. Wir sehen die beiden Helden dieser Geschichte ständig mit großartigen Plänen kämpfen und dabei über die banalsten Dinge stolpern. Aber am Ende entdecken sie, wie toll das sein kann, wenn man nicht allein ist, wenn man jemanden findet, den man mag und der einem hilft, sich selber zu mögen.

Regie: Ulrich Zaum
Ausstattung: Jaime Olivares
Mit Silvia Munzón López und Jan Mixsa

Termine
Sa 12. Mai 14.00 & 16.30 Uhr
Warmer Damm Wiesbaden

Preise
Eintritt frei

Spieldauer
ca. 60 Minuten

Auch dieses Jahr heißt es wieder »Picknickdecken schnappen« und ab zum Warmen Damm. Die Junge Woche feiert ihren Abschluss mit diesem Stück für die ganze Familie und einem bunten Rahmenprogramm auf der Wiese vor dem Staatstheater.

Der Glöckner von Notre Dame

»Ich hab mein Leben vor mir liegen sehen, ausgeschüttet wie ein Nachttopf. Ich habe der Erde unter die Haut gesehen und die Würmer, die auf ihr Festmahl warten.«

Victor Hugos »Notre Dame de Paris«, zugleich Meisterwerk und Schauerdrama, ist ein überwältigender Aufriss des Menschen in seinen edelsten und niedrigsten Zügen. Der vermeintlich Edle fällt. Claude Frollo, der sittenstrenge Kirchenmann, verfolgt das Zigeunermädchen Esmeralda mit maßloser Leidenschaft und Hass. Der Niedrige hingegen, der abgrundtief hässliche Quasimodo, das Monster, das man im Bauch der Kathedrale versteckt, erweist sich als eine Kreatur von grenzenloser Einsamkeit, Herzensgüte, aufopfernder Liebe. Und durch alle Intrigen und Schlachten, durch Blut und Gewalt, wandelt unbeschadet der verkrachte Poet Pierre Gringoire.

Eine phantastische Moritat von Liebe, Monstern, Tod und Teufeln, als groteskes Spektakel mit Puppen so schön und schrecklich als hätte Victor Hugo sie selbst skizziert.

Von Ulrich Zaum nach Victor Hugo
Eine Koproduktion des Hessischen Staatstheater Wiesbaden und Theater Rayo

Regie: Ulrich Zaum
Bühne: Jaime Olivares
Puppenbau: Michel Klein
Musik: Jan Mixsa
Akteure: Michel Klein / Jan Mixsa / Klaus Krückemeyer

Termine
Premiere am 7. September 2018 im Studio des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden